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  • "Schweigen soll durchbrochen werden" NRZ Lokalteil v.15.10.2004



GESUNDHEIT / Reiner Müggenborg will eine Selbsthilfegruppe zum Reizdarm-Syndrom gründen. Die erste in der Region.

HALDERN. Das Reizdarm-Syndrom (RDS) ist nicht tödlich, aber schränkt die Lebensqualität der Betroffenen immens ein. Sie haben mit Bauchschmerzen, Durchfall, plötzlichem Stuhldrang und einer größeren Schmerzempfindlichkeit im Magen-Darm-Trakt zu kämpfen. Unter dieser Krankheit leidet auch Reiner Müggenborg aus Millingen. Nun will er eine RDS-Selbsthilfegruppe in Haldern ins Leben rufen. In dieser Art ist sie erst die zweite in ganz Deutschland.

Müggenborg fühlt sich als Einzelkämpfer. "Ich kenne sonst niemanden mit RDS." Doch er bezweifelt, dass nur er und ein paar wenige andere durch diese Erkrankung gepeinigt werden. "Ich vermute, dass es relativ viele Betroffene gibt, sie aber nicht darüber reden." Durchfall und Blähungen, darüber spricht man nur ungern. Müggenborg will gelesen haben, dass aber jeder Zehnte in Deutschland unter RDS leidet. Tendenz steigend. Mitschuld könnten Zusatzstoffe in Lebensmitteln sein.

Allein mit RDS? "Das muss nicht sein", sagt Müggenborg. Die neue Selbsthilfegruppe soll eine Plattform geben und einen Erfahrungsaustausch bieten. Denn es gibt Möglichkeiten, die Erkrankung zu mildern. Zum Beispiel durch eine Ernährungsberatung, wie sie der Millinger besucht.

Bei Reiner Müggenborg ist diese Beratung sinnvoll. Denn bei ihm wurde eine Nahrungsmittelunverträglichkeit festgestellt. Begonnen hat seine Erkrankung vor sechs Jahren. Er ließ sich gründlich untersuchen. "Aber der Darm ist gesund, trotzdem reagiert er." Schwer sei es, die Ursache herauszufinden. Müggenborg glückte es. Milchzucker gehört zu den Produkten, die er einfach nicht verträgt.

Wer denkt, das bisschen Durchfall sei halb so schlimm, irrt sich. Als Begleiterscheinungen können Depressionen, Ängste, Schlafstörungen, Erschöpfung und eine verminderte Leistungsfähigkeit auftreten. Das kann soweit gehen, dass die Angst, Durchfall zu bekommen, dazu führt, dass der Durchfall ausgelöst wird. Die Verdauung findet nicht ausreichend statt. Lenken kann man das nicht. Reiner Müggenborg betont aber, dass es sich bei RDS "nicht um eine entzündliche Geschichte oder eine Allergie" handelt.

Am Montag, 8. November, 20 Uhr, trifft sich die Selbsthilfegruppe erstmals in den Räumen von Haus Wesendonk, Klosterstraße 15 in Haldern. Ansprechpartner ist Reiner Müggenborg: Tel: 02851/8443

Quelle: NRZ Emmerich vom 15.10.2004



 
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