Am Wochenende fanden vom 13.11.-15.11.09 im Rahmen der Messe Mode, Heim & Handwerk auch die MHH-Gesundheitstage statt. Die Gesundheitstage waren eine Übergangslösung, da die eigentlich immer zu der Zeit stattfindende Body & Health nach Dortmund ausgelagert wurde.
Messebesucher gab es viele, aber die Menge der Aussteller, sowohl auf den MHH-Gesundheitstagen, als auch auf der Mode, Heim & Handwerk, war doch stark reduziert.
Ich hatte das Glück den Stand des "Essener Zirkels Darmerkrankungen" zu betreuen und in dem Zusammenhang auch meine Selbsthilfegruppe dort zu präsentieren. Der Apotheker-Verband E, MH, OB (Essen/Mülheim/Oberhausen) hat uns freundlicher Weise einen Teil seines Standes dafür zur Verfügung gestellt.
Unser Stand war sehr gut frequentiert. Dadurch, dass der Apotheker-Verband kostenlose Blutzucker-, Venen- und Blutdruck-Messungen anbot, kamen wir oft mit den Messe-Besuchern ins Gespräch.
Wichtig und informativ fand ich auch das Gesundheitsforum. Ärzte hielten dort Vorträge zu bestimmten Gesundheitsthemen, wie z. B. das Thema "Neue Behandlungsmöglichkeiten von Darmerkrankungen". Der Vortrag wurde moderiert von Herrn Dr. Westhaus, Überruhr-Apotheke, Essen. Herr Prof. Dr. med. Rünzi, Kliniken Essen-Süd, und Herr Dr. med. Haag, Uniklinikum Essen, referierten über dieses Thema und stellten sich im Anschluss daran noch für ein Beratungsgespräch zur Verfügung.
Der Essener Zirkel Darmerkrankungen hat u. a. einen Flyer "Testen Sie Ihr Darmkrebsrisiko" entwickelt. Dieser Flyer beinhaltet mehrere Fragen rund um Beschwerden, die mit dem Darm zu tun haben. Sollte man eine dieser Fragen mit "ja" beantworten, ist ein Besuch beim Arzt zur Abklärung ratsam. Um auf diese Flyer aufmerksam zu machen hing im hinteren Bereich unseres Standes ein Plakat "Testen Sie Ihr Risiko". Im Zusammenhang mit diesem Test ist dann eine lustige Anekdote passiert.
Ein älterer Herr kam zu mir und fragte, was man denn hier testen würde. Ich erklärte ihm, dass man das Darmkrebsrisiko testen könne. Er schaute mich an und sagte "Haben Sie einen Teststreifen für mich?" Ich schaute ihn fragend an und er sagte "Na, Sie brauchen dafür doch bestimmt eine Stuhlprobe von mir!" Okayyyyyyy, ich klärte den Herrn dann freundlich lächelnd darüber auf, dass das aus hygienischen Gründen gar nicht möglich sei, er aber gerne einen Flyer mitnehmen könne, um zu Hause in Ruhe die darauf notierten Fragen zu beantworten.
Natürlich gab es auch ungeduldige, auch manchmal unfreundliche Menschen, aber die Anzahl war verschwindend gering. Die Gespräche verliefen meist für beide Seiten sehr zufrieden stellend.
In diesem Jahr hatte die "Wiese e. V." (Beratungsstelle für Essener Selbsthilfegruppen) zwei Bereiche, wo sich verschiedene Selbsthilfegruppen präsentieren konnten. Auf Nachfrage habe ich erfahren, dass auch diese Stände sehr gut besucht waren. Viele Menschen konnten so direkt mit Betroffenen ihre Anliegen austauschen, sei es über Depressionen, Schlafapnoe, Alkoholismus etc.
Rückblickend betrachtet hat sich die Aktion mehr als gelohnt!
Im nächsten Jahr wird die sonst im Frühjahr stattfindende Patienta mit auf der Mode, Heim & Handwerk sein und ich hoffe, dass sich wieder mehr Aussteller finden werden, die gesundheitsbezogene Themen für Interessierte zur Verfügung stellen. Viele Menschen haben so die Möglichkeit, sich über Behandlungsmethoden, Wellnessmöglichkeiten, von denen sie vorher vielleicht noch nie gehört haben, zu informieren oder sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.
Durch ein Mitglied unserer Gruppe hatten wir die Möglichkeit, eine Physiotherapeutin einzuladen, die uns zeigen wollte, wie wir anhand der Fußreflexzonenmassage unseren Darm beruhigen bzw. anregen können.
Am 04.05.09 war es dann soweit. Susanne wurde neugierig erwartet. Sie sorgte mit Dekoration für eine angenehme Atmosphäre und erklärte uns erst einmal theoretisch die Funktion der Fußreflexzonenmassage. Für uns war die Erklärung gut nachvollziehbar, da sie Schaubilder zur Ansicht mitgebracht hatte. Was noch niemand von uns bewusst wahr genommen hatte: Der Fuß seitlich betrachtet sieht aus wie ein aufrecht sitzender Mensch. Zur Erklärung, der große Zeh ist der Kopf, der Fußballen die Oberkörperpartie, der Mittelfuß der Bauchraum und die Fersenpartie der Unterbauch-Po-Bereich. Alle waren bei dieser Entdeckung verblüfft!
Als nächstes folgten die praktischen Übungen, die am besten am nackten Fuß durchzuführen sind. Gott sei Dank waren alle (und bei uns ist wirklich fast jedes Alter vertreten!) gelenkig genug, um den eigenen Fuß selber zu behandeln. Sie zeigte uns, wie man den Fuß – beginnend mit dem rechten – allgemein durch Massage lockert. Jeder Zeh wurde dafür einzeln in den Gelenken bewegt (unter Zuhilfenahme der Finger) und der ganze Fuß anschließend angenehm kräftig durchgeknetet.
Da man seinen Füßen viel mehr Aufmerksamkeit schenken sollte, als man es gemeinhin tut, hat sie uns Tipps gegeben, wie wir das noch umsetzen können, z. B. mit einem Igelball oder einem Massageroller. Der Igelball wird auf den Boden gelegt, man setzt den Fuß darauf und rollt den Ball vorsichtig in alle Richtungen. Die selbe Wirkung hat der Massageroller, der mit der Hand geführt wird. Hilfsmittel zur Durchführung so einer Massage gibt es im Fachhandel viele.
Anschaulich erfolgte dann die Erklärung, wie die Massage zur Beruhigung des Darmes durchgeführt werden muss. Eine genaue Erläuterung stelle ich hier nicht ein, damit nicht in ungeschulter Eigenbehandlung etwas falsch gemacht wird! Diese Massage hat alleine durch ihre ruhigen, regelmäßig folgenden Griffe eine beruhigende Wirkung und das nicht nur auf den Darm. Darauf folgte die Erklärung, wie der Darm angeregt werden kann, anzuwenden z. B. bei Verstopfung oder Darmträgheit.
Zum Abschluss hat sie uns noch jedem ein wohlduftendes Balsam zum Einreiben des Fußes gegeben. Sowohl die Massage, als auch das Balsam haben alle sehr genossen und die Zeit ging viel zu schnell vorbei.
Auf vielfachen Wunsch unserer Mitglieder haben wir Susanne für den Herbst wieder eingeladen. Wir haben vereinbart, dass sie uns dann die Handzonen vorstellen wird, da man nicht immer die Möglichkeit hat, seinen nackten Fuß zu behandeln.
Vielen lieben Dank an Susanne für diesen tollen Abend und wir freuen uns auf ein Wiedersehen! Vielen lieben Dank auch an Marina, die uns diese Veranstaltung erst durch Kontaktaufnahme mit Susanne ermöglich hat!