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  • "Ein Fischgericht wurde mir zum Verhängnis"
  • "Eine Reizdarm-Biographie"
  • "Der lange Weg zur richtigen Diagnose"
  • "RDS von Kindesbeinen an!"


Im Monat September 1990 saßen mein Mann und ich gemeinsam in einem Restaurant. Ich studierte die Speisekarte und entschied mich für„Tintenfischringe und eine Cola“.

Nachdem wir zu Ende gegessen und bezahlt hatten, begaben wir uns auf den Weg zu unserem Auto. Auf dem Wege dorthin verspürte ich im Magen ein unheimliches und schmerzhaftes „Rumoren“ und bekam Angst, weil ich nicht wusste, was diese Schmerzen zu bedeuten hatten.

Kaum hatte ich das Auto erreicht, konnte ich meinen Stuhl nicht mehr halten und es passierte ein Malheur. Erschrocken und fluchend fuhren wir heimwärts.

Nachdem ich alle „Spuren“ beseitigt und geduscht hatte, nahm ich Kohletabletten ein und war der festen Überzeugung, dass es ein einmaliges Erlebnis nach einem "schlechten" Essen war.

Darin sah ich mich allerdings getäuscht. Das ständige Rumoren, begleitet von Magen-Darm-Beschwerden, ließ mich nicht mehr los.

Nach 14 Tagen ging ich zu meinem Hausarzt, um mich und meinen „Stuhl“ untersuchen zu lassen. Diese Untersuchung ergab keinen Befund – höchstens, dass alles o. B. (ohne Befund) war. Die über die nächsten Jahre durchgeführten Untersuchungen wie:

- Magen- und Darmspiegelung,
- Stuhluntersuchung,
- Ultraschalluntersuchung,
- Dünndarmbiopsie,
- Blutuntersuchung, Laktoseunverträglichkeitstest

hatten seinerzeit nichts ergeben – demnach war ich kerngesund – nur die Magen/Darmbeschwerden wurden nicht besser - ganz im Gegenteil – die Angst, dass mir so ein Malheur wieder passieren könnte - gesellte sich erschwerend hinzu.

Nachdem ich vor ca. 4 Jahren in einem Hamburger Kino eine größere Angstattacke bekam, schlug mir der damalige Vertretungsarzt einen Kuraufenthalt vor. Noch nicht von der Notwendigkeit einer Kur überzeugt, stimmte ich dennoch zu.

Am 07.12.1999 trat ich meine 6-wöchige Kur an, die mir zum einen die Diagnose „Reizdarm“ brachte und ein Herausreißen aus meinem Beschwerdealltag bescherte.

Dort habe ich auch den Zusammenhang von RDS und Ernährung erfahren. Allerdings ließ ich die dortigen Psychologen an meinem Seelenleben nicht teilhaben. Nachdem ich einige Zeit später ein "Angstschlüsselerlebnis" erfuhr, machte mir mein Mann den Vorschlag eine Psychotherapie zu beginnen.

Mit einer gewissen Angst, da ich nicht wusste was auf mich zukommt, begann ich vor 3 ½  Jahren eine kognitive (gedankliche) Verhaltenstherapie. Sie brachte mir weitere Erkenntnisse, auf welchem Weg ich mit meinem Reizdarm umgehen kann.

Auch wenn es viele Jahre gebraucht hat, um mit meinem RDS besser leben zu können, habe ich in dieser Zeit viel für mich gelernt wie z.B. - auf eine darmfreundliche Ernährung zu achten. Auch muss ich auf die, für mich wichtigen, Ruhenischen achten. Die tägliche Entspannung und sportliche Betätigung ist immens wichtig. Die gefühlsmäßige Abgrenzung von Dingen, oder Menschen, die mir nicht gut tun, sind sehr bedeutend für mich. Trotz all dieser Verhaltensmaßregeln erinnert mich mein Magen/Darm täglich daran, wenn etwas bei mir nicht "rund" läuft. Dann zeigen sich wieder die Symptome des Reizdarmsyndroms.


Bin weiblich, Jahrgang 1955, und leide wahrscheinlich schon ca. 30 Jahre unter einem Reizdarmsyndrom.

Einen ganz konkreten Auslöser gibt es meiner Recherche nach nicht, aber ich habe als Kind auf Aufregungen und unangenehmen Erfahrungen (Schule) schon mit Durchfall und Übelkeit reagiert. Auf jeden Fall leide ich seit etwa meinem 20sten Lebensjahr unter sehr starken Blähungen, teilweise Verstopfung und starken Krämpfen. Da ich als Arzthelferin tätig war, ging ich wegen der Beschwerden nicht zum Arzt....

Vor 7 Jahren hat sich mein Leben total verändert. Als Pendlerin - mit einer Autofahrzeit von 1 ½ Std. und einer anschließenden U-Bahnfahrt von ca. 20 Minuten - war ich täglich einem starken Stress ausgesetzt . Auch meine Arbeit wurde immer stressiger und es kamen vermehrt Geldsorgen hinzu – ebenfalls familiäre Sorgen.

In dieser Zeit litt ich extrem unter Durchfällen und plötzlichem Stuhldrang. Es war eine einzige Katastrophe für mich. Die morgendlichen Aufstehzeiten wurden immer früher, damit ich bloß pünktlich an meinem Arbeitsplatz sein konnte. Als sehr pflichtbewusster und zuverlässiger Mensch habe ich mich nicht krankschreiben lassen, auch nicht nachdem ich schon 3 Kilo abgenommen habe.

Meine Lebensfreude war auf dem Nullpunkt und im Februar 2002 bin ich dann endlich zum Arzt gegangen, weil ich am Ende meiner Kräfte war.

Es folgte eine Krankschreibung und es wurden alle relevanten Untersuchungen durchgeführt. Alles ohne Befund! Da ich inzwischen schon fast Panik vor dem Autofahren hatte, wurde ein Kuraufenthalt in Bad Bevensen veranlasst. Diese Kur hat keine Besserung gebracht und ich bin dann nicht wieder zur Arbeit gegangen. Ab November 2002 war ich arbeitslos – aufgrund dessen war ich total niedergeschlagen. Die Beschwerden wurden schlimmer. Inzwischen habe ich eine ambulante Therapie begonnen, und nach mehreren Beratungsgesprächen habe ich mich entschlossen eine Erwerbsunfähigkeitsrente zu beantragen.

Im Sommer 2004 ging es mir derart schlecht, dass ich in die Psychosom. Klinik Bad Bramstedt eingewiesen wurde. Dieser Aufenthalt hat mir sehr gut getan. Seit Anfang 2005 ist meine Rente vorerst bewilligt worden und mir wurde dadurch der Druck gegenüber der Krankenkasse genommen.Fazit von mir – mit einem Reizdarmsyndrom muss man leben lernen, denn heilen kann man es nicht.


Seit 1997 leide ich immer wieder an Unterleibschmerzen. Zunächst bin ich beim Gynäkologen ein- und ausgegangen. Die Schmerzen wurden immer auf den Unterleib abgeschoben, und Antibiotikaeinnahmen waren an der Tagesordnung. Nachdem die Schmerzen so heftig wurden überwies mich der Gynäkologe für 5 Tage ins Krankenhaus, wo ich dann an den Antibiotikatropf kam. Die Schmerzen gingen allerdings nicht weg und so folgte der Gang zum Chirurgen. Er gab mir die Überweisung für eine Darmspiegelung. Das alles spielte sich im August 2001 ab.

Nach der Darmspiegelung erklärte mir die Ärztin, dass mein Darm ausgeprägte Verknotungen aufweist und sehr gereizt ist. Dort hörte ich das erste Mal das Wort  Reizdarmsyndrom. Nun hatten meine Symptome  endlich einen Namen, aber das war alles an Informationen seitens der Ärztin. Die folgende Frage stellte ich mir - wie soll ich nun damit umgehen?

Da die Schmerzen immer unerträglicher wurden ging ich zum Hausarzt, um ihm alles bis dahin Geschehene zu berichten. Er hat mir zwar als Medikament Duspatal verschrieben, aber keine weitere Aufklärung folgte - wieder nur das Verschreiben von Tabletten.

Im Mai 2003 hatte ich wieder starke Unterbauchschmerzen und bin erneut beim Gynäkologen vorstellig geworden. Der Gynäkologe hat mich wieder ins Krankenhaus überwiesen, wo ich abermals für 5 Tage an den Antibiotikatropf kam.

Danach ging ich in die dem Krankenhaus ansässige chirurgische Praxis. Sie hat sich mit meinem Gynäkologen kurzgeschlossen und es wurde erneut eine Darmspiegelung angeordnet - also die ganze Prozedur von vorne.

Nach dieser Untersuchung hat der Arzt mir erklärt, dass ich letztendlich  unter dem Reizdarmsyndrom leide. Damit war das Thema für ihn erledigt - nur war ich nicht viel schlauer als vorher.

Von dem Tag an habe ich mich allein auf die Suche gemacht, um den besseren Umgang mit dieser Erkrankung zu erlernen. Dabei bin ich im Internet auf das RDS-Forum gestoßen, und sah wieviele Menschen unter dieser Krankheit leiden, und wie sie sich gegenseitig unterstützen.

Über das Forum bin ich auch auf die Reizdarmselbsthilfegruppe Itzehoe aufmerksam geworden - was ein großer Schritt nach vorne für mich bedeutete. Trotzallem muss ich jeden Tag aufs Neue ausprobieren was gut für mich ist und was nicht.

Obwohl ich nicht unter einer Laktose- und Fructoseintoleranz leide vertrage ich viele Lebensmittel nicht. Auch Kohlspeisen (blähende Speisen) und fetthaltige Nahrungsmittel muß ich meiden. Ansonsten sind Blähungen und Verstopfungen meine RDS-Symptome. Bei Streß meldet sich mein Darm mit starken Schmerzsymptomen.

Diese Krankheit läßt mich jeden Tag aufs Neue spüren, dass ich mich sehr intensiv mit meinem Körper befassen muss.


Solange ich mich erinnern kann, habe ich schon Probleme mit Magen und Darm. Als Kind überfielen mich plötzliche Bauchkrämpfe ohne ersichtlichen Grund und in der Pubertät kam noch ständiges Sodbrennen hinzu. Die einzige Aussage der Ärzte damals „Sie haben einen Reizmagen, Sie müssen ruhiger werden, nehmen Sie sich nicht immer alles so zu Herzen!“. Aber keiner konnte mir wirklich zeigen, wie das geht, lediglich Medikamente gegen Sodbrennen haben sie mir noch verschrieben.

Zu der damaligen Zeit (in den 80ern) habe ich auch das erste Mal Erfahrung mit Entspannung in Form von progressiver Muskelrelaxation gemacht und es hat mir sehr gut gefallen. Die von meiner damaligen Therapeutin gegebene Kassette hat so viele Jahre gespielt, dass sie nachher kaum noch zu verstehen war.

Ich weiß nicht, über wie viele Jahre hinweg ich Medikamente gegen Sodbrennen genommen habe, nicht regelmäßig, aber doch immer und immer wieder. Auch Fencheltee wurde mir schon zu einer lieben Gewohnheit!

2001 kam plötzlich massive Luftbildung im Magen hinzu, die mich an einen Sodastreamer erinnerte. Ich beobachtete, ob ich zuviel Luft schluckte-negativ– Sodbrennen hatte ich auch keins und somit war ich mit meiner Weisheit am Ende. Zudem kam noch mit hinzu, dass ich oft das Gefühl hatte, nicht mehr atmen zu können, mir blieb sprichwörtlich die Luft weg, ich wurde rot im Gesicht und hatte das Gefühl zu hyperventilieren. Also……erneuter Gang zum Arzt. Untersuchung: Ultraschall und Magenspiegelung. Diagnose: NICHTS! Aussage des Arztes: Sie haben einen Sackmagen, da kann man nichts dran machen, versuchen sie es mal mit einer Psychotherapie (die ich aber nicht begonnen habe)!

2004 habe ich den Arzt gewechselt und ihm meine Beschwerden erneut geschildert, aber auch er konnte mir nicht helfen. Mittel wie Iberogast usw. hatte ich in der Zwischenzeit schon selber ausprobiert, aber die Luft im Magen blieb. Ich bin dann noch einmal zu einem ortsansässigen Gastroenterologen, was eine erneute Magenspiegelung mit sich brachte. Gott sei Dank ohne Befund. Zudem wurde ein Laktoseintoleranztest gemacht, der grenzwertig ausfiel. Da ich aber zwischenzeitlich Durchfall hatte (eigentlich bin ich der Verstopfungstyp riet mir der Arzt, mich überwiegend laktosefrei zu ernähren. Und dann kam die Erleichterung: Ich bekam die Diagnose „funktionelle Dyspepsie“ und ein Medikament, was mir doch tatsächlich sofort geholfen hat. Leider aber nur für ein paar Monate, danach waren die Beschwerden wieder da! Die Erklärung für die Luft im Magen war eigentlich ganz logisch. Mein Darm arbeitet zu langsam, daher bleibt die Nahrung zu lange im Magen und fängt dort an zu vergären und dadurch entsteht die Luftbildung.

Da das Medikament auch nicht zur Dauermedikation erforscht ist, habe ich es dann wieder abgesetzt. Mittlerweile helfe ich mir mit Globuli und habe meine Ernährung weitestgehend umgestellt, womit ich ein einigermaßen erträgliches Leben führe.

Trotz allem gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass meine Beschwerden, die von alleine gekommen sind, auch von alleine irgendwann wieder gehen. Glaube ich der Wirkung von Globuli, dass man sie manchmal solange einnehmen muss, wie die Beschwerden in der Vergangenheit zu suchen sind, dann brauche ich sie ja nur noch ein paar Jahrzehnte zu nehmen :-).

 
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